Am 8. Oktober 2026 gab Microsoft bekannt, dass die digitalen Zertifikate, mit denen Windows prüft, ob es mit den echten Update-Servern spricht, am 17. Mai 2027 und am 19. Juni 2027 ablaufen. Ein Gerät ohne die Ersatzzertifikate erhält nach seiner Frist keinerlei Updates mehr von Windows Update. Für die meisten Rechner besteht die Lösung schlicht darin, aktuell zu sein: Windows 11 Version 25H2 braucht nichts, Version 24H2 braucht das Sicherheitsupdate von September 2025 oder neuer, und andere unterstützte Versionen brauchen das Update von Juli 2026 oder neuer vor dem 19. Juni 2027. Windows 10 Enterprise 2019 LTSC, Windows Server 2016 und Windows Server 2019 müssen bis zum 17. Mai 2027 bereit sein.

Was genau läuft ab?

Wenn Ihr PC nach Updates fragt, prüft er zuerst, ob der antwortende Server zu Microsoft gehört und nicht zu jemandem, der sich als Microsoft ausgibt. Diese Prüfung stützt sich auf digitale Zertifikate, und wie jedes Zertifikat haben sie ein Ablaufdatum. In seinem offiziellen Beitrag im Windows IT Pro Blog schreibt Microsoft, dass eine Reihe dieser Zertifikate im Mai und Juni 2027 abläuft und dass die Ersatzzertifikate bereits mit den normalen monatlichen Updates ausgeliefert werden. Dann heißt es:

„Wenn nichts unternommen wird, verbinden sich betroffene Geräte nicht mehr mit Windows Update und erhalten keinerlei Updates mehr.“

Das ist etwas anderes als die Secure-Boot-Zertifikate, die am 19. Oktober 2026 ablaufen. Jene schützen den Startvorgang, und ein PC ohne sie erhält weiterhin normale Updates. Diese hier schneiden die Updates komplett ab, einschließlich der Sicherheitskorrekturen und des Zertifikatsupdates selbst. Ein Rechner, der das Datum verpasst, kann sich danach nicht mehr über Windows Update reparieren; jemand muss das Update von Hand installieren.

Was braucht jede Version?

Hier ist die Tabelle von Microsoft, wie sie veröffentlicht wurde:

VersionErforderliche MaßnahmeFrist
Windows 11, Version 25H2 und neuerKeineKeine
Windows 11, Version 24H2, und Windows Server 2025Sicherheitsupdate von September 2025 oder neuer19. Juni 2027
Andere unterstützte Versionen von Windows 11 und Windows Server 2022Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer19. Juni 2027
Unterstützte Versionen von Windows 10Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer19. Juni 2027
Windows 10 Enterprise 2019 LTSC, Windows Server 2019 und 2016Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer17. Mai 2027
Jede andere nicht unterstützte VersionUpgrade auf eine unterstützte VersionVerliert die Updates nach der Frist

Unterstützte Geräte, die aktuell sind, merken nichts: Die neuen Zertifikate sind bereits mit den monatlichen Updates angekommen.

Welche Rechner in Ihrem Unternehmen werden am ehesten abgeschnitten?

  • Rechner mit absichtlich abgeschalteten Updates: der Buchhaltungs-PC, auf dem ein altes Update einmal ein Programm lahmgelegt hat, weshalb jemand die Updates angehalten hat, oder der Computer, den niemand neu starten will. Diese verlieren den Dienst zuerst.
  • Rechner mit nur einer Aufgabe: das Kassenterminal, der Selbstbedienungskiosk, der Computer an der Produktionslinie. Microsoft beschreibt LTSC als Bereitstellungsoption für Spezialgeräte, die in der Regel eine einzige wichtige Aufgabe erfüllen, und solche Rechner nutzen es manchmal. Windows 10 Enterprise LTSC 2019 wird laut seiner Lebenszyklusseite bis Januar 2029 unterstützt, verliert aber am 17. Mai 2027 die Updates, wenn das Update von Juli 2026 fehlt. Ein Rechner, der noch offiziell unterstützt wird, kann so etwa 20 Monate vor dem Ende seines Supports abgeschnitten werden.
  • Alte Server: Windows Server 2016 und 2019 haben die Frist 17. Mai 2027. Server 2016 erreicht laut seiner Lebenszyklusseite außerdem im Januar 2027 das Ende des erweiterten Supports, daher sollte der Ersatzplan jetzt beginnen, nicht erst im nächsten Sommer.
  • Windows-10-PCs ohne Extended Security Updates: Windows 10 Home und Pro haben laut der offiziellen Lebenszyklusseite am 14. Oktober 2025 das Supportende erreicht, und seitdem erreichen monatliche Updates nur PCs, die im Programm Extended Security Updates registriert sind. Ein nicht registrierter PC hat das Update von Juli 2026 nie erhalten, daher fehlen ihm die neuen Zertifikate. Die geschäftliche Seite dieses Programms behandelt unser Artikel zum Supportende von Windows 10.
  • Ersatzgeräte im Lager: Der Laptop, der seit Monaten in einer Schublade liegt, hat nichts erhalten. Schalten Sie ihn vor der Frist ein und aktualisieren Sie ihn, sonst installieren Sie das Update genau an dem Tag von Hand, an dem Sie ihn brauchen.

Sind Geräte betroffen, die Updates von einem internen Server erhalten?

Microsoft erklärt, dass diese Änderung nicht für Geräte gilt, die ihre Updates von Windows Server Update Services (WSUS) beziehen, einem internen Update-Server, den manche Unternehmen betreiben. Wenn Ihr IT-Team einen solchen betreibt, fragen Sie, wie jede Filiale ihre Updates bekommt. In einem kleinen Büro ohne eigenen Server sprechen die PCs meist direkt mit Windows Update, also betrifft die Änderung sie.

Wie prüft man einen PC in zwei Minuten?

  1. Version ermitteln: Öffnen Sie Einstellungen, dann System, dann Info, und lesen Sie die Version unter Windows-Spezifikationen ab, etwa 24H2 oder 25H2. Sie können auch winver ins Startmenü eingeben.
  2. Letztes Update ermitteln: Öffnen Sie Einstellungen, dann Windows Update, dann Updateverlauf, und sehen Sie sich das Datum des zuletzt installierten kumulativen Updates an. Juli 2026 oder später bedeutet, dass der PC bereit ist; bei Version 24H2 genügt September 2025 oder später.
  3. Wenn Updates angehalten sind: Setzen Sie sie fort, wählen Sie Nach Updates suchen und starten Sie neu.
  4. Wenn der PC keine Verbindung herstellen kann: Microsoft empfiehlt, das nötige Update aus dem Microsoft Update-Katalog herunterzuladen und direkt zu installieren oder es mit den Verwaltungswerkzeugen zu verteilen, die Sie bereits nutzen.

Ein Aktionsplan vor Mai 2027

Microsofts eigener Plan hat drei Schritte: Geräte mit älteren oder nicht unterstützten Versionen identifizieren, unterstützte Geräte mit monatlichen Updates aktuell halten und Upgrades für nicht unterstützte Geräte vor Mai und Juni 2027 planen. Aus Erfahrung würden wir ergänzen:

  • Erfassen Sie jeden PC und jeden Server: Name, Version, Datum des letzten Updates und die verantwortliche Person.
  • Legen Sie Ihre interne Frist auf März 2027, zwei Monate vor der offiziellen, damit Zeit für den Rechner bleibt, der sich weigert zu aktualisieren.
  • Fragen Sie den Anbieter Ihres Kassen- oder Produktionssystems schriftlich: Akzeptiert sein Gerät das Update von Juli 2026, und wer installiert es?
  • Nehmen Sie die Kosten für den Ersatz nicht aufrüstbarer Rechner in Ihr Budget 2027 auf, statt sie erst zu entdecken, wenn die Updates ausbleiben.

Die Sicht von Origami

Die Rechner, die 2027 die Updates verlieren, sind nicht die Laptops, die die Belegschaft täglich nutzt; die aktualisieren sich meist selbst. Gefährdet sind die Rechner, auf die niemand schaut: der Kassen-PC, das Zeiterfassungsterminal, der alte Server im Netzwerkraum und der Computer, dessen Updates abgeschaltet wurden, weil ein altes Programm nur so funktioniert. Im letzten Fall ist nicht das Betriebssystem das Problem, sondern das Programm: Ein System, das Sie daran hindert, Ihren PC zu aktualisieren, wird Sie später an etwas Wichtigerem hindern. Wenn Sie jemanden brauchen, der Ihre Geräte inventarisiert oder ein altes System auf ein modernes umstellt, das im Browser läuft, nehmen Sie Kontakt auf.

Quellen